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Leyla Saz

Leyla Saz

Erste muslimische Memoirenschreiberin im osmanischen Reich

"Es ist mir gleichgültig, ob ich bewundert oder kritisiert werde."

Geboren: 1850 1850

Geburtsort: İstanbul

Gestorben: 06/12/1936 1936

In: İstanbul

Begraben: Edirnekapı Şehitliği, İstanbul

Inhalt

Galeri

Leyla Saz Leyla Saz Leyla Saz

Wirkungsbereich

Autorin

Leyla Hanım lebte von ihrem vierten bis zum elften Lebensjahr am osmanischen Hof im Çırağan Palast als Spielkameradin von Münire Sultan, der Tochter von Sultan Abdülmecid I. (Regierungszeit 1839-1861) und Verd-i Cinan Kadın Efendi.

Leyla Hanım oder mit ihrem späteren Namen Leyla Saz berichtet in ihren Memoiren über ihre Kindheitserlebnisse in den Jahren 1853 bis 1860, ihre Feststellungen und Erfahrungen als erwachsene Frau über das Alltagsleben der Frauen in der Stadt İstanbul und ihre Beobachtungen in unterschiedlichen Zeitabschnitten über das soziale Leben und die politische Entwicklungen in Kreta (Griechenland) und Prizren (Kosovo), wohin sie ihren Vater und später auch ihren Ehemann begleitete, die dorthin versetzt waren.

Leyla Saz verfasste ihre Memoiren zuerst unter dem Titel Harem ve Saray Adatı Kadimesi (Der Frauenbereich und höfische Traditionen), veröffentlichte sie aber in der Zeitung Vakit unter dem Titel Harem-i Hümayun ve Sultan Sarayları (Der höfische Frauenbereich und die Sultanspaläste). Die Veröffentlichung der Memoiren erfolgte in den Jahren 1920 bis 1921, als das osmanische Reich nach dem ersten Weltkrieg besiegt und Istanbul besetzt war.

Gleich danach wurde eine vor ihr überarbeitete Neufassung der Memoiren ins französische übersetzt und 1925 unter dem Titel Le Harem impérial et les sultanes au XIXe siècle in Paris veröffentlicht. Nach ihrem Tod wurde die in Frankreich herausgegebene Version ins Türkische übersetzt und 1974 unter dem Titel Haremin İçyüzü (Einblick in den Frauenbereich) veröffentlicht.

Leyla Saz verlor die meisten Unterlagen und Dokumente ihrer Memoiren, Gedichte und Kompositionen als in ihrem Anwesen in Bostancı ein Brand ausbrach. Nach diesem Verlust verfasste Leyla Saz ihre Erinnerungen erneut.

Leyla Saz als Dichterin

Leyla Sazs Gedichte wurden zuerst in der Frauenzeitschrift Mürüvvet veröffentlicht, die ab 1887 erschien,. (Serpil Çakır, Osmanlı Kadın Hareketi, İstanbul 2011, ss. 66-67.)

Ihren Gedichtband Solmuş Çiçekler veröffentlichtte sie 1928 mit einem Vorwort des Dichters Abdülhak Hamit.

Kolumnistin Leyla Saz

Die Leyla Saz gehörte zum Redaktionsteam von Hanımlara Mahsus Gazete, die Frauenzeitschrift die von 1895 bis 1908 mit 612 Nummern erschien und damit die muslimische Frauenzeitschrift im osmanischen Reich mit der längsten Erscheinungsdauer wurde.

Hanımlara Mahsus Gazete, förderte Schriftstellerinnen, u.a. auch die Dichterin Şair Nigâr. Das hauseigene Verlagshaus (Hanımlara Mahsus Gazete Kütüphanesi) veröffentlichte und übernahm auch den Vertrieb von Büchern von Schriftstellerinnen wie Şair Nigâr, Makbule Hanım, Fatma Aliye Hanım, Fatma Fahrünnisa.
(Serpil Çakır, Osmanlı Kadın Hareketi, İstanbul 2011, ss. 66-72.)

Leyla Saz als Komponistin

Leyla Saz hat ca. 200 Lieder komponiert, von denen die meiste bei einem Brand in ihrem Anwesen verlorengingen. Heute sind nur noch 52 Lieder archiviert.

Die meisten Liedertexte schrieb auch Leyla Saz selbst. In anderen Liedern benutzte sie Gedichte von ihren DichterkolleginInnen, wie Süleyman Nazif, Recaizade Mahmud Ekrem Bey, Yaşar Şadi, Nabi-zade Nazım, Samih Rıfat, Arif Hikmet Bey und Şair Nigâr.

Liedkompositionen von Leyla Saz
(Auswahl)

Leyla Saz und ihr Literatursalon

"Der Salon von Leyla Hanım war wie ein Kulturzentrum. Die wichtigsten Literaten, KünstlerInnen und MusikerInnen trafen sich jeden Donnerstag in ihrem Salon, zu intellektuellem austausch. Am Ende wurde immer auch Musik gespielt. Namhafte Sänger wie die Hafız Aşir Efendi, Hafız Osman Efendi waren öfters bei ihr zu Gast. Manchmal spielte auch Leyla Hanım Klavier oderHarmonika." (Nazmi Özalp, Türk Musikisi Tarihi, Ankara, 2000, s. 223)

Alle Publikationen von Leyla Saz

Şaire-i Elhan-Aşina Leyla Hanımefendi'nin Külliyat-ı Musikiyesi, Osmanlıca nota 1. cüz, Matbaa-i Amire, İstanbul, 1923.

Le Harem impérial et les sultanes au XIXe siècle, adaptés au français par son fils Youssouf Razi, préf. de Claude Farrère, Calman-Lévy, Paris, 1925.

Solmuş Çiçekler, İstanbul, 1928, erneut aufgelegt 1996 (Peva Yayınları, İstanbul)

Leylâ Saz, Harem'in içyüzü, Düzenleyen Sadi Borak, İstanbul, Milliyet Yayınları, 1974. (aus dem Französischen ins Türkische)

The imperial harem of the sultans: daily life at the Çırağan Palace during the 19th century: memoirs of Leyla (Saz) Hanımefendi, İstanbul, 1994. (aus dem Französischen ins Türkische)

Anılar: 19. Yüzyılda Saray Haremi, İstanbul, Cumhuriyet Kitapları, 2000.

Youssouf Razi, Sophie Basch (ed.), Le harem impérial et les sultanes au XIXe siècle, Bruxelles, Editions Complexe, 2000.

The imperial harem of the sultans: daily life at the Çırağan Palace during the 19th century: memoirs of Leyla (Saz) Hanımefendi, İstanbul, Hil Yayın, 2001.

José J. de Olañeta (ed.), El harén imperial y las sultanas en el siglo XIX : memorias de una dama de la corte otomana, Palma de Mallorca, 2003.

Auszeichnungen

Şefkat Orden (Şefkat Nişanı) vergeben von Sultan Abdülhamid II. (Regierungszeit 1876-1909), Der Şefkat Orden war ein spezieller Orden für Frauen

Mitgliedschaften

(Information liegt nicht vor)

Ausbildung

Leyla Saz erhielt Privatunterricht.

  • Unterricht in Griechisch und Französisch:Elizabet Kantaksaki
  • Unterricht in türkischer klassischer Musik:Medenî Aziz Efendi (Komponist, Schriftsteller, Lehrer für Trommel, Laute und Klavier), Asdik Ağa (alias Asadur Hamamcıyan, Komponist)
  • Unterricht in klassischer westlicher Musik:Nikoğos Ağa (alias Nikogos Taşçıyan, Komponist und Lehrer für Trommel)
  • Klavierlehrerin:Therese Roma (auch Klavierlehrerin für Münire Sultan, Tochter von Abdülmecid I.)
  • Unterricht in Literatur: Giritli Kutbi Efendi, Giritli Fatinefendi-zade Sadık Efendi

Soziales Engagement

Mäzenin für MusikerInnen.

Familie und Freunde

  • Mutter:Nefise Hanım
  • Vater:İsmail Paşa (Arzt, Gouverneur, Minister für Gesundheit)
  • Großmutter (väterlich.):Kibele Rododanaki
  • Großvater (mütterl.): Tatar Küçük Abdurrahman Bey
  • Töchter:Feride Ayni, Nefise Nezihe Neyzi
  • Schwiegersöhne:Mehmet Ali Ayni, Muzaffer Neyzi
  • Söhne:Yusuf Razi Bel (Ingenieur), Vedat Tek (Architekt)
  • Enkel:Ali Halim Neyzi
  • Enkeltochter:Leyla Neyzi (Anthropologin)
  • Ehepartner:Giritli Selim Sırrı Paşa (Dichter, Khalligraph, Politiker)
  • Freunde: Münire Hanım (Tochter von Abdülmecid I., Regierungszeit 1839-1861), Münif Paşa (Minister für Erziehung), Ahmet Mithat (Schriftsteller, Journalist, Editör), Abdülhak Hamid Tarhan (Dichter), Cenab Şahabbettin (Dichter, Schriftsteller) Faik Ali Ozansoy (Dichter), Mihrinissa (Dichterin), Fahriye Atif (Dichterin), Fatma Aliye Hanım (Schriftstellerin), Emine Seniye (Schriftstellerin, Aktivistin für Frauenrechte, Schwester von Fatma Aliye Hanım), Süleyman Nazif (Dichter, Schriftsteller, Politiker), Recaizade Mahmud Ekrem (Dichter, Schriftsteller), Yaşar Şadi (Komponist), Nabi-zade Nazım (Dichter, Schriftsteller), Samih Rıfat (Dichter, Sprachwissenschaftler), Arif Hikmet Bey (Dichter, Richter, der 105. Sheikh al-Islam im osmanischen Reich), Şair Nigâr(Memoirenverfasserin, Dichterin, Schriftstellerin).

Projekte zu ihrer Erinnerung

CD's mit ihren Kompositionen

Kadın Bestecilerimiz / Turkish Woman Composers, CD , Cemre Müzik, İstanbul, 1998.

Osmanlı Mozaiği: Kadın Bestekârlar 1 & 2 (Women Composers) , CD Sony Music, İstanbul, 2001.

Osmanlı Marşları/ The Ottoman Military Music, Kalan Müzik CD , İstanbul (tarihsiz).

Weiterführende Literatur

Nesrin Tağızade-Karaca, "Cumhuriyet Öncesi Türk Kadınının Düşünce ve Sanat Birikiminde buluşan İki İsim", İnönü Üniversitesi Sanat ve Tasarım Dergisi, Özel Sayı, C.2, Malatya, 2011, ss.845-854, http://iys.inonu.edu.tr/webpanel/dosyalar/988/file/edebiyat.pdf

Aylin Şengün Taşçı, "Modernleşme sürecinde öncü bir figür olarak bir kadın bestekar: Leyla Saz", aylinsengun.blogspot.de, 29.9. 2010, http://aylinsengun.blogspot.de/search?updated-min=2010-01-01T00:00:00-08:00&updated-max=2011-01-01T00:00:00-08:00&max-results=1

Serkan Alkan İspirli, "Osmanlı kadınının şiiri", Turkish Studies International Periodical For the Languages, Literature and History of Turkish or Turkic, V.2/4, 2007, http://www.turkishstudies.net/sayilar/sayi6/30alkanispirliserhan.pdf (Erişim 27.2.2012).

Nüket Esen, "Leyla Saz'la bir motor gezisi", Radikal Kitap, 22.7.2005, http://www.radikal.com.tr/ek_haber.php?ek=ktp&haberno=4191

Ali H. Neyzi, Lara Feneri: Çakıp Sönen Anılar, İş Kültür Yayınları, 3 kitap, 2003, 2004, 2005

Kathryn Woodart, "Music in the Imperial Harem and the life of Ottoman composer Leyla Saz" (1850-1936), IAWM Journal, 2004, http://www.iawm.org/articles_html/woodard_leyla_saz.html

Nazmi Özalp, Türk Musikisi Tarihi, Ankara, 2000.

Nezih H. Neyzi, Kızıltoprak Stories, Istanbul, Peva Publications, 2000.

Turhan Taşan, Kadın Besteciler, İstanbul, 2000, ss.109 –112.

Börte Sagaster, "Memoirenliteratur türkischer Frauen im Umbruch vom Osmanischen Reich zur Türkischen Republik: Das Beispiel Leyla Saz", in: Dietrich Reetz und Heike Liebau (Hg.): Globale Prozesse und Akteure des Wandels: Quellen und Methoden ihrer Untersuchung. Ein Werkstattgespräch, Berlin, 1997 (Arbeitshefte Zentrum Moderner Orient Nr. 14), S. 119-128.

Cemal A. Kalyoncu, "Kızıltoprak'ta Bir Köşk ve Onun Renkli Sakini", chronicledergisi.com, http://www.chronicledergisi.com/kiziltoprakta-bir-kosk-ve-onun-renkli-sakini/

"Leyla Saz", Esendere Kültür Sanat Derneği internet sitesi,
http://www.eksd.org.tr/bestecilerimiz/leyla_saz.php

Quellen

Textquellen
  • Serpil Çakır, Osmanlı Kadın Hareketi, İstanbul 2011
  • Nazmi Özalp, Türk Musikisi Tarihi, Ankara, 2000, s. 223
  • Turhan Taşan, Kadın Besteciler, İstanbul, 2000, ss.109 –112.
  • "Leyla Saz", Esendere Kültür Sanat Derneği internet sitesi, http://www.eksd.org.tr/bestecilerimiz/leyla_saz.php.
    (7.4. 2012)
Bildquellen

Übersetzung ins Deutsche: Meral Akkent, Erlangen
Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen

©2012 Meral Akkent
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