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Sırpuhi Düsap

Sırpuhi Düsap

Erste armenische feministische Romanschriftstellerin
"Auf diesem Weg gibt es mehr Abgründe als Anerkennung."

Geboren: 1841

Geburtsort: İstanbul, Ortaköy

Gestorben: 16/01/1901 1901

In: İstanbul

Begraben: Römisch-Katholischer Friedhof, Feriköy, Istanbul

Inhalt

Galeri

Sırpuhi Düsap

Wirkungsbereich

Roman
Erst wenn es zwischen den Geschlechtern Gleichheit gibt, wenn also bei Vergnügen, bei Strafe, bei Erwerbstätigkeit und Entlohnung Gleichheit geschaffen wird, dann wird die Abhängigkeit und die Heuchelei ein Ende finden. So wird die Gesellschaft die Verluste an Potential, die sie aufgrund der Ungleichheit hinnehmen musste, wieder ausgleichen können und zu einem Gleichgewicht finden.
(Zitat aus dem Roman "Mayda" von Sirpuhi Düsap, zitiert in: Lerna Ekmekçioğlu; Melissa Bilal, Bir Adalet Feryadı: Osmanlı'dan Türkiye'ye Beş Ermeni Feminist Yazar, İstanbul, 2010, s.109).

Sirpuhi Düsap ist die nachweislich erste armenische Schriftstellerin. In ihren auf Armenisch verfassten Essays, Aufsätzen und Romanen behandelt sie die Bedeutung die Entscheidungsfreiheit für Frauen in ihren Lebensentwürfen unabhängig von den Regeln des patriachalen Systems.

Die in Europa verkündeten erhabenen Grundsätze wie Freiheit und Gleichheit sind offensichtlich nichts weiter als leeres Gerede geblieben. Was ist das für eine Gleichheit, die die Hälfte der Menscheit dem männlichen Diktat unterwirft? Was ist das für eine Freiheit, die es Frauen untersagt, sich zu widersetzen, eine Arbeit aufzunehmen, ihr Recht auf Widerspruch einfordern zu können? Was ist das für eine Macht, die den Männern zuruft: 'Arbeite ohne Furcht, entwickle dich in die Richtung, die du dir vorstellst, sei frei!', den Frauen jedoch sagt: 'Finde Gefallen an deinen Fesseln und bleib bloβ still.'

(Zitat aus dem Roman "Mayda" von Sirpuhi Düsap, zitiert in: Lerna Ekmekçioğlu; Melissa Bilal (der), Bir Adalet Feryadı: Osmanlı'dan Türkiye'ye Beş Ermeni Feminist Yazar, İstanbul, 2006, S.109).

Im Vorwort zu ihrem ersten Roman Mayda (1882) unterstrich Sirpuhi Düsap, sie sei gegen Ungerechtigkeit und Vorurteile und die Fesseln, die das weibliche Geschlecht behinderten, machten sie wütend. Frauen sollten nicht das "hilflose Opfer der Gesellschaft" sein. Männliche armenische Intellektuelle äuβerten sich in Kritiken zu dem Roman Mayda ungehalten über die darin präsentierten Rollenmodelle.
(Lerna Ekmekçioğlu; Melissa Bilal, Bir Adalet Feryadı: Osmanlı'dan Türkiye'ye Beş Ermeni Feminist Yazar, İstanbul, 2006, S. 60).

Die Veröffentlichung von Mayda verärgerte viele Männer und verstezte sie in Schrecken. Warum dieser Ärger? Warum diese Wut? Wenn das, was ich sage, recht ist, dann handle ich im Dienste der Forderung nach Gerechtigkeit, und das sollte anstelle von Wut und Schrecken Dankbarkeit hervorrufen.
(Sirpuhi Düsap, zitiert in: Lerna Ekmekçioğlu; Melissa Bilal (der), Bir Adalet Feryadı: Osmanlı'dan Türkiye'ye Beş Ermeni Feminist Yazar, İstanbul, 2006, S.109)

Obwohl Sırpuhi Düsaps Romane mit dem zweideutigen Prädikat "Dekolleteté-Literatur", also Literatur, die sich jenseits der gesellschaftlichen Normen bewegte und deren Lektüre als schändlich galt, etikettiert wurde, fanden die feministischen Forderungen darin dennoch ein Echo unter den armenischen Frauen.

Maral Aktokmakyan, die Leben und Werk von Sırpuhi Düsap erforschte, stellt fest, dass der Roman Mayda, Düsaps aufrührerischtes Werk ist. Aktokmakyan schreibt, dass besonders die Passagen, in denen die Romanfigur Sıra Hanım die Titelheldin Mayda ermutigt, dass sie (Mayda) als eine geschiedene Frau mit Kind sich doch wieder verlieben könne, als unziemlich galten, Anstoß erregten und dafür gesorgt haben, dass der Roman in das verpönte Genre der "Dekolleteté -Literatur" eingeordnet wurde.

Essays und Aufsätze von Sırpuhi Düsap
Frauen geht arbeiten, geht arbeiten, damit die Vorurteile endlich ein für alle Mal aus der Welt geschaffen werden, steht auf, schämt euch nicht zu arbeiten, das ist ein Appell der Menschheit.

(Sirpuhi Düsap in: "Ganants Ankordzutyunı", 1885, zitiert in: Lerna Ekmekçioğlu; Melissa Bilal (der), Bir Adalet Feryadı: Osmanlı'dan Türkiye'ye Beş Ermeni Feminist Yazar, İstanbul, 2006, S.109)

Sirpuhi Düsap schrieb in verschiedenen Zeitungen in Istanbul und Izmir und setzte sich in ihren Artikeln mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unfreiheit von Frauen auseinander.
Die erste osmanisch-armenische feministische Schriftstellerin Zabel Yeseyan (1878-1934) erzählt in ihrem Buch Silihdari Bardezneri (Gärten von Silihdari), wie sie in ihrer frühesten Jugend zusammen mit Freundinnen die Schriften von Sirpuhi Düsap gelesen habe und unter dem Einfluss von Düsaps Ansichten mit den Freundinnen die Ungerechtigkeiten, denen sie ausgesetzt waren, reflektierten.

Als Frau Düsap erfuhr, dass ich mich für Literatur interessierte und Schriftstellerin werden wollte, warnte sie mich angesichts der Tatsache, dass Frauen ein langer, dorniger Weg erwartet, wenn sie dieses Ziel erreichen wollten. Sie sagte, in unserer Realität sei für eine Frau, die sich bemerkbar macht und den Wunsch hat, sich einen eigenen Platz zu schaffen, die Zeit noch nicht reif und um trotzdem zum Ziel zu gelangen, müsse eine Frau weit über dem Durchschnitt liegende Leistungen bringen und fügte hinzu: "Ein Mann kann ein durchschnittlicher Schriftsteller sein, doch eine Frau nie und nimmer".
Zabel Yesayan, zitiert in: Lerna Ekmekçioğlu; Melissa Bilal (der), Bir Adalet Feryadı: Osmanlı'dan Türkiye'ye Beş Ermeni Feminist Yazar, İstanbul, 2006, S.203)

Romane von Sirpuhi Düsap
  • Mayda, İstanbul, 1883
  • Siranuş, İstanbul, 1884
  • Araksiya, İstanbul, 1887

Auszeichnungen

(Information liegt nicht vor)

Mitgliedschaften

Vereinigung Tıbrotsaser Diagnants Varjarart (Schule der Schulunterstützerinnen)

Tibrotsaser Hayuhyats Ingerutyun (Armenische Frauenvereinigung zur Förderung schulischer Angelegenheiten)

Ausbildung

Sirpuhi Düsap erhielt Privatunterricht.

Soziales Engagement

  • 1864Gründerin der Vereinigung Tıbrotsaser Diagnants Varjarart (Schule der Schulunterstützerinnen) im Zusammenschluss mit der Tibrotsaser Hayuhyats Ingerutyun (Armenische Frauenvereinigung zur Förderung schulischer Angelegenheiten)
  • 1879 Präsidentin der Tibrotsaser Hayuhyats Ingerutyun (Armenische Frauenvereinigung zur Förderung schulischer Angelegenheiten). Diese Vereinigung setzte sich für Bildung armenischer Mädchen und deren Ausbildung als Lehrerin ein.

Familie und Freunde

  • Mutter:Nazlı Vahanyan (Gründerin der Surp Hırispsimyants Mädchenschule, 1859, Gründerin der Ağkadakhınam Dignants Ingerutyun, Wohltätige Frauenvereinigung, 1964, Mitarbeiterin im Kalfayan Waisenhaus und in den Schulen Naregyan und Hamazkyats)
  • Vater:(Information liegt nicht vor)
  • Bruder: Vahan Efendi (Hovhannes/Ohannes Sarkis Vahanyan, Ohan Vahan), Chemiker, Author des ersten Chemiebuches in armenischer Sprache
  • Tochter:Dorin Düsap
  • Sohn:Edgar Düsap
  • Nichten: Astine Vahan-Serviçen, Araksi Vahan - Gülbenkyan
  • Ehepartner: Paul Düsap / Düsap Pascha (Pianist, Komponist, Orchesterchef. Paul Düsap wurde von Sultan Abdülhamid II. nach Guatelli Pascha zum Leiter des Armee-Orchesters ernannt, wodurch ihm der Ehrentitel eines Pascha zuteil wurde. Regierungszeit von Abdülhamid II. Von 1876 bis 1909)
  • Freunde: Zabel Yeseyan (Schriftstellerin), Reteos Yesavan (Pädagoge, Schriftsteller)

Projekte zu ihrer Erinnerung

(Information liegt nicht vor)

Weiterführende Literatur

Quellen

Textquellen:

Danksagung

Das Frauenmuseum İstanbul bedankt sich bei Frau Maral Aktokmakyan für die Unterstützung bei der Erstellung der Informationsseite über Sırpuhi Düsap und bei dem Verlagshaus Aras, İstanbul, für das Bildmaterial.


Übersetzung ins Deutsche: Christine Dikici, Istanbul, Türkei
Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen, Deutschland

©2012 Meral Akkent
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