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Anna Komnene

Anna Komnene

Die weltweit erste Chro­nis­tin
"Meine Großmutter Anna Dalassena bestieg den Kaiserthron, als ihre Geisteskraft auf ihrem Höhepunkt war."

Geboren: 02/12/1083 1083

Geburtsort: Konstantinopel

Gestorben: 1153

In: Konstantinopel

Begraben: Nicht bekannt

Inhalt

Galeri

Wirkungsbereich

Chro­nis­tin

Anna Komnene wurde erzogen unter der Annahme, dass sie eines Tages als byzantinische Kaiserin das gesamte Land von Italien bis Armenien regieren würde. Es kam nicht dazu, da ein Bruder geboren wurde.

Zu Anna Komnenes Zeit hatten byzantinische Frauen nur begrenzte Bürgerrechte. Sie mussten in abgegrenzten Bereichen leben, die Gyneceum hießen und mussten einen Gesichtsschleier tragen, um sich vor der übrigen Gesellschaft verborgen zu halten. An Festlichkeiten durften Frauen auch nicht teilnehmen. Trotz dieser Einschränkungen gab es erfolgreiche Frauen und Anna Komnene schrieb über diese erfolgreichen Frauen ihrer Zeit, unter anderem auch über ihre eigene Großmutter, über die sie sich lobend äußert. Auf sich selbst bezogen betonte Anna Komnene, dass sie durch ihre Großmutter Anna Dalassena ermutigt wurde zu schreiben.

Meine Großmutter Anna Dalassena
"Es mag überraschen, dass mein Vater, der Kaiser, seiner Mutter eine solche Ehrenposition einräumte und dass er ihr uneingeschränkte Macht gewährte. Man könnte fast sagen, dass er ihr die Zügel des kaiserlichen Thronwagens übergab und selbst daneben herlief.
Mein Vater behielt sich vor, Kriege gegen die Barbaren zu führen, während er seiner Mutter die Regelung der Staatsangelegenheiten, die Auswahl der Staatsbeamten und die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben des Reiches anvertraute. Wenn man das liest, könnte man die Entscheidung meines Vaters, die Regierung des Reiches in die Hände des Gyneceums [des Frauengemachs] zu legen, kritisieren. Aber wenn man weiß, welche Fähigkeiten diese Frau besaß, nämlich ihre Kompetenz, ihren gesunden Menschenverstand und ihre außergewöhnliche Fähigkeit, hart zu arbeiten, wird sich die Kritik in Bewunderung verwandeln.
Meine Großmutter hatte wirklich Talent zur Staatsführung. Sie konnte so gut organisieren und verwalten, dass sie nicht nur in der Lage war, das römische Reich zu regieren, sondern jedes andere Königreich unter der Sonne. Sie war so geschickt darin, alles, was erforderlich war, anzupacken und sie war klug und sicher bei der Durchführung. Sie besaß nicht nur eine außergewöhnliche Intelligenz, sondern auch die dazu passende Redegewandtheit. Sie war eine wirklich überzeugende Rednerin, weder zu wortreich noch langatmig.
Sie war in einem reifen Alter, als sie den Kaiserthron bestieg, zu einem Zeitpunkt, als ihre Geisteskraft auf dem Höhepunkt war.
Wie könnten Worte ihr Mitgefühl gegenüber den Armen und ihre Großzügigkeit gegenüber den Notleidenden beschreiben? Ihr Haus war eine Zuflucht für ihre bedürftige Verwandtschaft und es war ein ebenso sicherer Hafen für Fremde. Ihr Gesichtsausdruck, der ihren wahren Charakter erkennen ließ, war für die Engel verehrungswürdig, aber verbreitete Schrecken unter den Dämonen."

(Anna Komnene) "Anna Dalassena", womeninwoldhistory.com,http://www.womeninworldhistory.com/dalassena.html, 19.3.2012.
Das Werk von Anna Komnene

Das 15-bändige Werk von Anna Komnene ist die primäre Quelle für die HistorikerInnen von heute über das byzantinische Leben im 11. und im 12 Jahrhundert und die Sichtweise der Byzantiner über die Kreuzzüge.
Anna Komnene, Alexias, Übers., eingel. und mit Anm. vers. von Diether Roderich Reinsch. DuMont, Köln 1996, 2 Aufl. de Gruyter, Berlin 2001.
Anna Komnene, The Alexiad, translated by E.R.A. Sewter, ed. Peter Frankopan, New York, Penguin, 2009.

Auszeichnungen

(Information liegt nicht vor)

Mitgliedschaften

(Information liegt nicht vor)

Ausbildung

Anna Komnene studierte Philosophie, Geometrie, Astronomie, Musik und Medizin und schrieb u.a. eine Abhandlung über Gicht.

Soziales Engagement

Stifterin eines Krankenhauses in Konstantinopel

Familie und Freunde

  • Mutter: Irene Dukaia
  • Vater:Alexios I. (Kaiser von Byzanz von 1081 bis 1118 )
  • Töchter: Irene Doukaina, Maria Bryennaina Komnene
  • Söhne: Alexios Komnenos, John Doukas
  • Großvater: Caesar Andronikos
  • Ehepartner:Konstantin Dukas Porphyrogennetos (erste Ehe), Nikephoros Bryennios (zweite Ehe, Historiker)
  • Befreundet mit:(Information liegt nicht vor)

Projekte zu ihrer Erinnerung

(Information liegt nicht vor)

Weiterführende Literatur

Dion C. Smythe, "Middle Byzantine Family Values and Anna Komnene's Alexiad," in Byzantine Women: Varieties of Experience, ed. Lynda Garland, New Hampshire, Ashgate, 2006, S. 125-127.

Jan Olof Rosenqvist, Die byzantinische Literatur. Berlin-New York 2006, S. 127ff.

Peter Frankopan: "Perception and Projection of Prejudice. Anna Comnena, the Alexiad and the First Crusade", Susan B. Edgington, Sarah Lambert (Ed.): Gendering the crusades, University of Wales Press, Cardiff 2001, S.45-59, Columbia University Press, New York 2002.

Barbara Hill, "Actions Speak Louder Than Words: Anna Komnene's Attempted Usurpation", Anna Komnene and her times, New York: Garland, 2000, S. 46-47.

Angeliki Laiou, "Introduction: Why Anna Komnene?", Anna Komnene and Her Times, ed. Thalia Gouma-Peterson, New York, Garland, 2000.

Tracy Barrett, Anna of Byzantium, Delacorte/Random House, 1999.

Georgios Tornikes, "An Unpublished Funeral Oration on Anna Comnena", English translation by Robert Browning, Aristotle Transformed: The Ancient Commentators and Their Influence, ed. R. Sorabji, New York, Cornell University Press, 1990.

Ayşe Hür, Anna Komnena, Dünden Bugüne İstanbul Ansiklopedisi, Bd. 4, S. 47, Istanbul, 1994.

Herbert Hunger, Anonyme Metaphrase zu Anna Komnene, Alexias XI-XIII, Wien, 1981.

Herbert Hunger, Die hochsprachliche profane Literatur der Byzantiner. Bd. 1 (von 2). München 1978, S. 400ff.

C. Diehl, Byzantium, Greatness and Decline, New Jersey, 1943, S. 233-236, 242.

G. Bucler, Anna Comnena, Oxford, 1929.

Anna Comnena: The Alexiad, Fordham University webseite, http://www.fordham.edu/halsall/basis/AnnaComnena-Alexiad.asp (27.2.2012).

Anna Comnena, Byzantine Historian of the First Crusade, (1083-1153), Women in World History webseite, http://www.womeninworldhistory.com/heroine5.html (27.2.2012).

Quellen

Textquellen

Bildquellen

Übersetzung ins Deutsche: Annette Sand, Fürth/Bay., Deutschland
Redaktion: Hans-Martin Dederding, Erlangen

©2012 Meral Akkent
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